Reiseführer: Calw

Ein Kloster mit großer Wirkung - Den Atem der Geschichte spüren

Calw: Klosterspiele
© Stadtinformation Calw

Zu Hirsau in den Trümmern,
Da wiegt ein Ulmenbaum
Frischgrünend seine Krone
Hoch überm Giebelsaum.

Er wurzelt tief im Grunde
Vom alten Klosterbau,
Er wölbt sich statt des Daches
Hinaus in Himmelsblau...

Der Dichter Ludwig Uhland besang die romantische Atmosphäre des Klosters Hirsau. Noch heute beeindrucken die weitläufigen Ruinen mit dem emporragenden Eulenturm.

Ältestes Zeugnis der mittelalterlichen Klosterkultur in Hirsau ist die tausendjährige Aureliuskirche am anderen Nagoldufer, in deren geheimnisvoller Atmosphäre im Sommer neben den Gottesdiensten regelmäßig Konzerte stattfinden.

Große Geschichte schrieb die um 830 gegründete Abtei im 11. und 12. Jahrhundert als bedeutendes deutsches Reformkloster cluniazensischer Prägung. Die dreischiffige Basilika St. Peter und Paul war eine der größten romanischen Kirchen Südwestdeutschlands und Vorbild für viele andere Klosterkirchen, bevor sie 1692 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen zerstört wurde.

Die romanische Anlage hat mit der Zeit mehrere baugeschichtliche Veränderungen erfahren. Mit der gotischen Marienkapelle, die bis heute kirchlich genutzt wird und dem prächtigen Renaissance-Jagdschloss der Württembergischen Herzöge, in dem nach der Zerstörung die berühmte Ulme wuchs, wurden weitere Baustile hinzugefügt. Im Klostermuseum kann man sich zudem in die Geschichte Hirsaus und das Leben der Hirsauer Benediktinermönche vertiefen.

Einen kulturellen Höhepunkt stellen in der Klosteranlage die traditionsreichen Klosterspiele Hirsau dar, welche jährlich im Sommer (Juli/August) durch Theater, Musik und Lesungen Tausende Besucher anziehen. Hier wird die Geschichte durch das Spiel wieder lebendig und zum unverwechselbaren Ereignis.






Calw: Kloster Hirsau
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